3D-measurements direct from the patient: orthodontics department, ZZMK "Carolinum", University Frankfurt http://twitter.com/noXrayCeph
Die jüngste Arbeit kommt von Engst, Frye und Fritz, Universität Aachen vom 23.9.2011, publiziert als Vortrag auf derJahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie in Dresden:
Das NoXrayCeph®-Verfahren. Eine Alternative zur kephalometrischen Fernröntgenseitenbildanalyse
Beschreibung:
Bei der kieferorthopädischen Therapie dient die kephalometrische Analyse zur Planung und Kon- trolle des Behandlungsverlaufes.
Ziel dieser Studie war der Vergleich des Fernröntgenseitenbildes mit einem alternativen Gerät, das ohne Röntgenstrahlen auskommt (NoXrayCeph®). Bei diesem Verfahren wird mittels Magnetinduktion eine kephalometrische Analyse direkt am Patienten durchgeführt.
Von 10 Präparaten (Leichenschädeln) wurden sowohl Fernröntgenseitenbilder erstellt als auch eine Vermessung mit dem NoXrayCeph® durchgeführt. 42 extraorale und 13 intraorale Mess- punkte wurden mit einem Messstift registriert. Das NoXrayCeph®-System berechnet aus den aufgezeichneten Daten die Analogwerte zur Fernröntgenseitenbildanalyse. Im Schädelinneren liegende Punkte werden näherungsweise berechnet. Die während der Vermessung festgelegte Unterkieferposition wurde durch einen Silikonbissschlüssel reproduzierbar festgelegt.
Es wurde eine hohe Reproduzierbarkeit der NoXrayCeph®-Werte festgestellt. Generell gilt, dass NoXrayCeph®-Werte nicht identisch mit den FRS-Werten sind, allerdings lassen sich überein- stimmende Tendenzen erkennen. Ursache dafür könnte die beim FRS bekannte Verzerrung, ins- besondere der zentralstrahlfernen Punkte sein, was sich vor allem an den signifikant kleineren SNA- und SNB-Werten bei der NoXrayCeph®-Analyse im Vergleich zu den FRS-Werten zeigte. Die NoXrayCeph®-Analyse eignet sich zur eigenständigen Anfangs-, Zwischen- und Enddiag- nostik, eine Kombination beider Verfahren innerhalb einer kieferorthopädischen Behandlung ist jedoch nicht sinnvoll, da ein unmittelbarer Vergleich mit FRS-Werten nicht möglich ist.
Das NoXrayCeph®-Verfahren stellt eine Alternative zum Fernröntgenseitenbild dar. So könnte in Zukunft die Strahlenexpositon während der kieferorthopädischen Therapie reduziert werden.
Inf Orthod Kieferorthop 2010; 42(3): 207-209
DOI: 10.1055/s-0030-1262552
Aus dem © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York
Dentales Röntgen und Krebs - eine Übersicht/ Dental Radiographs and Cancer - a Review
U. Fellner Kieferorthopädische Praxis in Horb
Zusammenfassung
Eine Literaturrecherche mit den Suchbegriffen „cancer AND dental AND radiographs“ ergab 13 Veröffentlichungen, die ausgewertet wurden. Es scheint einen Zusammenhang zu geben zwischen Krebserkrankungen der Parotis, der Meningen, Leukämie und vorhergehenden zahnärztlichen Röntgenuntersuchungen. Aus diesem Grund muss die Indikation für Röntgenaufnahmen sehr eng gestellt werden.
Abstract
A literature search with the search terms “cancer AND dental AND radiographs” yielded 13 publications for exploration. Malignancies of the parotid gland, meningiomas and leukemia seem to be associated with previous dental x-ray examinations. Consequently, the indication for radiographic examination has to be very strict.
Schlüsselwörter Röntgen - Krebs Key words radiography - cancer
mehr zu Gesundheitsrisiken
Radioaktivität und Strahlung: aus www.Krebsforschung.de: Quellen, Risiken, Nutzen Verwandte Themen * Elektrosmog * Strahlen in der Medizin
Der einen oder anderen Form von Strahlung ist jeder Mensch ausgesetzt: Energiereiche Strahlen aus dem Weltraum treffen, wenn auch durch die Atmosphäre gebremst, auf der Erde auf. Radioaktive Gesteine und Gase kommen in geringen Mengen praktisch überall natürlich vor. In der Umwelt haben außerdem Kernwaffentests oder auch die zivile Nutzung von Atomenergie Spuren hinterlassen. In der Medizin spielen energiereiche Strahlen bei vielen Untersuchungsverfahren eine Rolle, sie werden zur Behandlung von Krebs und einigen anderen Erkrankungen eingesetzt.
Warum gilt Radioaktivität als Krebsrisiko? Wie hoch ist die Strahlenbelastung in Deutschland tatsächlich? Wovor kann man sich schützen, wovor nicht? Der Krebsinformationsdienst hat Fakten zusammengestellt und nennt Ansprechpartner.
Radioaktivität oder Strahlung: Was ist das eigentlich?
Als radioaktiv bezeichnet man Stoffe, deren Atomkerne zerfallen und dabei Energie in Form von Strahlung freisetzen. Diese Strahlung ist so stark, dass sie die atomare Struktur anderer Stoffe beim Durchdringen verändert: Sie verdrängt negativ geladene Teilchen, sogenannte Elektronen. Die übrig bleibenden Atome oder Moleküle sind elektrisch positiv geladen, man bezeichnet sie als Ionen. Die von radioaktiven Stoffen ausgehende Strahlung wird deshalb auch als ionisierende Strahlung bezeichnet.
Physik: Grundlagen kurz erklärt
Radioaktive Stoffe können natürlich vorkommen oder künstlich erzeugt werden. Bekannte Beispiele sind Uran, Radium, Plutonium oder zum Beispiel das radioaktive Edelgas Radon. In der Natur existieren aber auch radioaktive "Varianten" sehr vieler anderer, normalerweise stabiler Stoffe: Als sogenannte Nuklide oder Isotope bezeichnet man Substanzen, deren Atomkern zusätzliche subatomare Teilchen enthält, nämlich zusätzliche Neutronen. Sie weisen meist die gleichen chemischen Eigenschaften wie die "normale" Form auf, sind aber weniger stabil. Viele können deshalb radioaktiv zerfallen.
Ein Beispiel ist Kohlenstoff: Der Kern von Kohlenstoffatomen (chemische Abkürzung "C") enthält normalerweise sechs Protonen und genauso viele Neutronen; er wird umgeben von sechs Elektronen. Eine Variante enthält zwar die gleiche Zahl an Protonen und Elektronen, weist aber zwei zusätzliche und damit insgesamt acht Neutronen auf, und ist schwach radioaktiv. Die chemische Schreibweise lautet "14C". "14" ist die sogenannte Massezahl, die man erhält, wenn man Protonen und Neutronen eines Atoms zusammenzählt. 14C-Kohlenstoff kommt, wenn auch in geringen Mengen, in allen lebenden Organismen vor.
Radioaktive Isotope existieren in der Natur auch von anderen chemischen Elementen. Viele lassen sich heute auch künstlich herstellen.
Strahlung: Welle oder Teilchen?
Zum Weiterlesen
Einen Überblick über das gesamte elektromagnetische Spektrum
der ionisierenden und nichtionisierenden Strahlung, also von den Radiowellen bis hin zur ionisierenden Gammastrahlung, bietet die Deutsche Physikalische Gesellschaft unter www.weltderphysik.de.
Radioaktive, besser: ionisierende Strahlung lässt sich physikalisch sowohl als Strahl aus energiereichen Teilchen wie auch als elektromagnetische Welle erklären: Beim Zerfall der instabilen radioaktiven Substanzen können verschiedene Dinge passieren, je nach den Eigenschaften des jeweiligen Stoffs, aber auch abhängig von der jeweiligen Situation.
Einige Stoffe setzen subatomare Teilchen aus dem Atomkern frei; den Strom aus diesen Protonen und Neutronen nennt man Alpha-Strahlung (α-Strahlung). Werden bei einem Zerfall Elektronen frei, spricht man von Beta-Strahlung (β-Strahlung) oder Elektronenstrahlung. Gamma-Strahlung (γ-Strahlung) ist eine besonders energiereiche Strahlung. Der häufig verwendete Begriff Röntgenstrahlung steht für eine Strahlung, die im Spektrum sozusagen zwischen der Gamma-Strahlung und einer besonders intensiven, aber nichtionisierenden ultravioletten Strahlung (UV) liegt.
Ionisierende Strahlung entsteht nicht nur auf der Erde: Auch als kosmische Strahlung aus dem Weltraum kann sie, wenn auch stark oder vollständig gebremst durch die Atmosphäre, auf die Erde auftreffen.
Energie: Einheiten und Messung
Zur Messung von Radioaktivität zählen Physiker, wie viele Zerfälle pro Zeiteinheit bei einer radioaktiven Substanz vorkommen. Die physikalische Einheit ist Becquerel: Ein Becquerel (Bq) bedeutet einen Zerfall pro Sekunde.
Die "Halbwertszeit" steht für die Zeit, in der die Hälfte einer strahlenden Substanz zerfallen ist. Radioaktive Elemente verhalten sich dabei immer gleich: Für Plutonium beträgt die Halbwertszeit 24,11 Jahre. Bei 131Jod, das in der Medizin eingesetzt wird, dauert es dagegen nur etwas mehr als acht Tage, bis die Hälfte zerfallen ist.
In der Einheit Gray (Gy) wird die Energiedosis ionisierender Strahlung angegeben, zum Beispiel auch bei einer medizinischen Bestrahlung.
Nicht damit zu verwechseln sind Angaben in der Einheit Sievert (Sv). Auch hier ist zwar die Energiedosis durch ionisierende Strahlung gemeint. Zur Berechnung der Auswirkungen von Strahlung auf lebende Organismen kombiniert man bei dieser Einheit aber die Dosis mit Richtwerten zur Gewebeempfindlichkeit: Diese werden für jedes Organ oder Gewebe von der Internationalen Strahlenschutzkommission (www.icrp.org) festgelegt. In Sievert geben Fachleute deshalb die Strahlenbelastungen durch die Hintergrundstrahlung aus der Umwelt oder durch Strahlenunfälle an.
Nicht mehr verwendet werden die früher üblichen Einheiten Rem (abgelöst durch Sievert) oder Rad (abgelöst durch Gray).
Ionisierende Strahlung: Was bewirkt sie im Körper?
Alle biologischen Moleküle und auch das im Körper enthaltene Wasser bremsen Strahlung ab. Dabei wird Energie frei. Sie ist für die Wirkung ionisierender Strahlung verantwortlich und löst auch in lebendem Gewebe die bereits beschriebene Veränderung der Ladung von Atomen und Molekülen aus.
Die so entstehenden Ionen sind besonders reaktiv. Sie versuchen sofort, chemisch wieder stabile Verbindungen einzugehen - nicht immer die, die für den Körper sinnvoll oder "richtig" sind.
So kann ionisierende Strahlung zum Beispiel wichtige Enzyme funktionsunfähig machen oder Zellbausteine zerstören und zum Zelltod führen. Sie kann aber auch an den großen Molekülen der Erbsubstanz DNA Veränderungen hervorrufen, die bei der nächsten Zellteilung an Tochterzellen weitergegeben werden und langfristig zur Entstehung von Krebs beitragen.
Gesunde Zellen sind in der Lage, viele Schäden zu reparieren oder geschädigte Strukturen gezielt abzubauen. Ist die Strahlungsdosis sehr hoch oder das betroffene Gewebe besonders empfindlich, greift dieser natürliche Schutz nicht mehr. Grundsätzlich gilt jedoch: Auch eine sehr geringe Strahlungsdosis kann unter ungünstigen Umständen ausreichen, Gewebe zu zerstören oder eine Tumorentwicklung anzustoßen.
* Eine untere Grenze oder einen Schwellenwert, unterhalb dessen ionisierende Strahlung unschädlich wäre, gibt es nicht.
Welche Organe oder Organsysteme besonders gefährdet sind, hängt auch davon ab, auf welchem Weg sie durch Strahlung betroffen wurden und wie lange diese einwirkt: Radioaktive Nuklide, die beim Zerfall Strahlung freisetzen, baut der Körper oft anstelle der nicht radioaktiven Isotope mit gleichen chemischen Eigenschaften in Gewebe, Organe oder Knochen ein. Ihre Wirkung hält dann solange an, bis sie der Körper wieder ausscheidet oder sie vollständig zerfallen sind. Radioaktives Jod nutzt der Körper beispielsweise wie "normales" Jod vorwiegend in der Schilddrüse.
Die Reichweite der frei werdenden Strahlung ist bei vielen dieser Substanzen so gering, dass andere Gewebe kaum betroffen sind.
Bei einer externen Bestrahlung, sei es zu therapeutischen Zwecken in der Medizin, im Flugzeug auf Langstreckenflügen oder bei Strahlungsunfällen, besteht der schädigende Einfluss dagegen nur so lange, wie die außerhalb des Körpers befindliche Strahlungsquelle einwirkt. Die Strahlung wirkt außerdem nur dort, wo sie das Gewebe tatsächlich trifft und durchdringt und nicht schon von der Haut abgebremst wird. Krebspatienten, die zur Behandlung bestrahlt werden, sind auch nicht selbst "radioaktiv".
Quellen: Welche Stoffe sind radioaktiv, wo gibt es ionisierende Strahlung?
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt die durchschnittliche Belastung aus der Umwelt derzeit mit etwa insgesamt 2,1 Millisievert pro Jahr an (www.bfs.de/de/ion/faq/faq_istrahlung.html. Je nach Wohnort, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten kann die Strahlenexposition aber zwischen einem und zehn Millisievert schwanken. Quellen dieser Strahlung sind natürlich vorkommendes Radon, weiter radioaktive Substanzen aus Gesteinen und Böden oder auch daraus hergestellten Baumaterialien. Diese natürlichen Strahler werden von Pflanzen und Tieren aus der Umwelt aufgenommen und erreichen den Menschen über seine Nahrung und sogar über "Genussmittel" wie Tabak.
Zur natürlichen Belastung trägt außerdem auch die kosmische Strahlung aus dem Weltall bei, zum Beispiel von der Sonne. Sie wird von der Lufthülle der Erde gebremst: Auf Meeresniveau ist die Dosis deshalb niedriger als in Gebirgen oder auch beim Fliegen.
Natürliche und zivilisatorische Quellen
Zum Weiterlesen
Weitere Strahlungsquellen zählt das Bundesamt für Strahlenschutz hier auf: www.bfs.de/de/
ion/konsintec. Aktuelle Informationen zum Endlager Asse in Niedersachsen bietet das Amt unter www.endlager-asse.de.
Zur Berechnung der durchschnittlichen Gesamtbelastung in Deutschland zieht das Bundesamt für Strahlenschutz weitere Quellen heran, nämlich Strahlung sogenannten zivilisatorischen Ursprungs. Dazu gehört die medizinische Anwendung von Strahlung, zum Beispiel beim Röntgen oder bei der Behandlung von Krebs. Weiter wirken sich bis heute frühere Kernwaffentests oder der Reaktorunfall von Tschernobyl aus.
Für die Überwachung heutiger Kernkraftwerke oder anderer zivilisatorischer Quellen existiert in Deutschland ein bundesweites und flächendeckendes Überwachungsnetz (www.bfs.de/de/ion/imis).
Häufige Fragen zum Krebsrisiko durch Strahlung:
Wovor kann man sich schützen, wovor nicht?
Wie groß ist das Krebsrisiko, wenn man oft geröntgt wurde?
Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist kaum möglich: Zu unterschiedlich ist die Belastung durch die verschiedenen Röntgenuntersuchungen, von der Aufnahme beim Zahnarzt über die Mammografie oder die Diagnostik bei Verdacht auf einen Knochenbruch bis hin zur Computertomographie.
Die jährliche Belastung kann also ganz unterschiedlich sein, je nachdem, ob jemand wegen einer schweren Erkrankung mehrere Computertomographien brauchte oder lediglich einmal beim Zahnarzt geröntgt wurde. Das Bundesamt für Strahlenschutz kontrolliert allerdings, welche Werte in Deutschland jährlich insgesamt erreicht werden (www.bfs.de/de/bfs/druck/uus/jb06_Teil_B_IV.pdf).
In der Medizin ist außerdem immer die Frage wichtig, welches Risiko höher wäre - das einer meist doch geringen Strahlenbelastung oder das einer unerkannten Erkrankung. Untersuchungsverfahren lassen sich zudem nicht beliebig gegeneinander austauschen: Es ist also keineswegs, wie oft befürchtet, eine "Sparmaßnahme", wenn ein Arzt statt einer Ultraschalluntersuchung oder einer möglicherweise teureren Magnetresonanztomographie eine Röntgenuntersuchung ansetzt, etwa eine Mammographie, und dabei eine Strahlenbelastung in Kauf nimmt.
Untersuchungen wie die Szintigraphie, bei denen die Gabe strahlender Teilchen bestimmte Veränderungen im Körper überhaupt erst sichtbar macht, lassen sich meist ebenfalls nicht durch andere Verfahren ersetzen.
Trotzdem muss für jede Röntgenaufnahme eine klare Indikation bestehen, unnötige oder doppelte Untersuchungen sollten auf jeden Fall vermieden werden: Patienten, die zum Beispiel den Arzt wechseln oder vom Hausarzt zu verschiedenen Fachärzten überwiesen werden, sollten möglichst immer fragen, ob Unterlagen wie Röntgenaufnahmen mitgegeben oder direkt den neuen Ärzten zur Verfügung gestellt werden können.
Details zur Belastung durch einzelne Verfahren bietet das Bundesamt für Strahlenschutz unter www.bfs.de/de/ion/medizin.
Kann man Pilze oder Wildfleisch aus Osteuropa
essen oder gibt es noch radioaktive
Belastungen durch das Tschernobyl-Unglück?
Der Reaktorunfall in Tschernobyl wird noch für viele Jahre Auswirkungen auf die Belastung von Böden und damit auch Lebensmitteln mit radioaktiven Substanzen haben.
Das Bundesamt für Strahlenschutz wies zuletzt 2006 darauf hin, dass nicht nur in Osteuropa, sondern auch in einigen Regionen Deutschlands einige Pilzarten und Wild noch hoch belastet sind. Dazu gehören vor allem Südbayern und der Bayerische Wald (www.bfs.de/de/ion/nahrungsmittel/pilze_wildbret.html). Eine messbare Gefahr besteht wahrscheinlich aber nur für Menschen, die sehr viel Wildfleisch oder Pilze aus diesen Regionen essen.
Nahrungsmittel, die in diesen Regionen durch Ackerbau produziert werden, sind dagegen meist weniger belastet als Wildpflanzen: Durch Pflügen und andere Bodenbearbeitung bleiben die radioaktiven Substanzen nicht so hoch konzentriert an der Oberfläche erhalten, wie es in Wald- und Wiesengebieten der Fall ist. Mehr zur Belastung von Lebensmitteln bietet das BfS auch unter www.bfs.de/de/ion/nahrungsmittel.
Welches Risiko gehen Vielflieger durch die Höhenstrahlung ein?
Dieser Frage wurde in den letzten Jahren in mehreren großen Studien nachgegangen. Dabei war für die beteiligten Wissenschaftler auch das Risiko wichtig, das Piloten und Kabinenpersonal eingehen, die ja unter Umständen über Jahrzehnte fast täglich fliegen. Anhand solcher Untersuchungen geht man heute davon aus, dass Gelegenheitsflieger wie die meisten Urlauber ihr Strahlenrisiko kaum vergrößern und auch Schwangere oder Kleinkinder keine messbare Gefahr eingehen. Zum Schutz von Beschäftigten in der Luftfahrt wurde jedoch 2003 die Strahlenschutzverordnung geändert: Die Belastung betroffener Berufsgruppen wird heute regelmäßig vom Luftfahrtbundesamt überprüft und darf bestimmte Höchstgrenzen nicht überschreiten. Tabellen zur Strahlenbelastung, an der sich auch andere Vielflieger orientieren können, stellt das Bundesamt für Strahlenschutz hier zur Verfügung (www.bfs.de/de/ion/anthropg/flugpassagiere.html).
Wie gefährlich ist Radon?
Warum wird manchmal vor dem Schlafen
oder Arbeiten in Kellerräumen gewarnt?
Zum Weiterlesen
Eine ausführliche Darstellung der Wirkung von Radon bietet das Bundesamt für Strahlenschutz unter www.bfs.de/de/
ion/radon. Dort findet sich eine Deutschlandkarte, anhand derer besonders belastete Regionen identifiziert werden können, außerdem Hintergrundinformationen zur Abhilfe bei einer Radonbelastung von Gebäuden.
Die WHO und das Bundesamt für Strahlenschutz fordern zudem Grenzwerte für Radon, um die Gefährdung zu senken (mehr unter www.bfs.de, Pressemitteilung 31/09)
Radon ist ein überall auf der Welt vorkommendes Gas, farb-, geruch- und geschmacklos, mit einer kurzen Halbwertszeit von etwa 3,8 Tagen. Es ist, so das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), in Deutschland für die größte Belastung aus natürlichen Strahlenquellen verantwortlich: Durch den Zerfall noch schwererer und stärker radioaktiver Elemente entsteht Radon in der Erdkruste ständig neu. Es sammelt sich, je nach Untergrund und Durchlässigkeit von Gesteinen, besonders in Höhlen, Bergwerken oder Stollen, kann unter ungünstigen Umständen aber auch in Gebäude eindringen. Das Gas reichert sich besonders in Kellern und unteren Geschossen an, kann aber schon durch Lüften wirksam entfernt werden.
Zerfällt Radon, entstehen mehr oder weniger kurzlebige weitere Stoffe, die sich an feinste Staubteilchen in der Luft anlagern und dann eingeatmet werden können. Vor allem die Atemwege und die Lunge sind dabei von Strahlung betroffen.
Schon im 16. Jahrhundert war bekannt, dass in einigen Bergbaugebieten Deutschlands unter Bergarbeitern Lungenerkrankungen besonders häufig auftraten. Heute weiß man, dass es sich dabei um Bronchialkarzinome handelte und Radon der Auslöser war. Das Bundesamt für Strahlenschutz schätzt, dass Radon für mehrere Prozent der Lungenkrebserkrankungen in Deutschland verantwortlich ist, Raucher sind durch Radon besonders gefährdet. Aus aktuellen Studien weiß man, dass auch das Risiko anderer Tumoren durch Radon steigen kann (www.bfs.de/de/bfs/presse/pr08/pr0824.html).
Stimmt es, dass Zigaretten radioaktive Substanzen enthalten?
Zum Weiterlesen
www.dkfz.de/de/
tabakkontrolle
Alle Pflanzen können radioaktive Stoffe aus den Böden aufnehmen, auf denen sie wachsen. Werden Obst, Gemüse oder andere Pflanzen als Lebensmittel konsumiert, gelangen diese auch in den Körper des Menschen. Über die Nahrungskette können selbst tierische Lebensmittel strahlende Elemente enthalten.
In Tabak findet sich unter anderem 210Polonium, ein Alphastrahler, der über den Rauch in die Atemwege und die Lunge gelangt.
Mehr zum Thema hat das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum zusammengestellt, als PDF-Text zu laden unter www.dkfz.de/de/tabakkontrolle, Stichwort "Tabakprodukte und Zusatzstoffe", Stichwort "Gifte im Tabakrauch", Stichwort "Tabakrauch - ein Giftgemisch".
Mehr wissen: Links und Adressen
- In der Rubrik "Untersuchung" informiert der Krebsinformationsdienst über Diagnoseverfahren, bei denen Strahlung oder radioaktive Stoffe zum Einsatz kommen. Dazu zählen Computertomographie, Mammographie, PET oder Szintigraphie.
- In der Rubrik "Behandlung" erklärt der Text "Strahlentherapie und Nuklearmedizin" die Anwendungen in der Krebstherapie.
- Auch nichtionisierende Strahlung wird als Krebsrisiko diskutiert: Ultraviolettes Licht ist als möglicher Auslöser von Hautkrebs belegt. Noch nicht abgeschlossen ist die Diskussion um den sogenannten "Elektrosmog".
Bundesbehörden, Fachgremien, Hinweise auf unabhängige Organisationen
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), www.bfs.de
Das BfS arbeitet als Bundesbehörde in Deutschland für die Sicherheit und den Schutz des Menschen und der Umwelt vor Schäden durch ionisierende und nichtionisierende Strahlung. Im Bereich der ionisierenden Strahlung geht es zum Beispiel um die Röntgendiagnostik in der Medizin, die Sicherheit beim Umgang mit radioaktiven Stoffen in der Kerntechnik und den Schutz vor erhöhter natürlicher Radioaktivität. Broschüren und Faltblätter können unter www.bfs.de/de/bfs/druck gelesen oder bestellt werden.
Das dem BfS gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), mehr zu Strahlenthemen auch unter www.bmu.de, Stichwort "Atomenergie und Strahlenschutz".
Strahlenschutzkommission (SSK, www.ssk.de)
Die Strahlenschutzkommission (SSK) berät das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in allen Angelegenheiten des Schutzes vor ionisierenden und nichtionisierenden Strahlen. Die Seite bietet Hintergrundinformationen, Studien und Beratungsergebnisse sowie viele Links zum Thema Strahlenschutz, auch zu Einrichtungen außerhalb Deutschlands und Informationen in englischer Sprache.
Unabhängige Institutionen
Viele Umweltverbände, Naturschutzorganisationen und weitere Interessengruppen befassen sich mit dem Thema Strahlenschutz. Eine Nachfrage bei örtlichen Gruppen führt meist zu weiteren Ansprechpartnern.
Das Bundesamt für Strahlenschutz listet in seiner Linkliste ebenfalls unabhängige Fachgesellschaften, Umweltverbände und Verbraucherorganisationen auf, die sich kritisch mit Strahlenthemen auseinander setzen, mehr unter www.bfs.de/de/bfs/
links/themen.html.